Rohstoffmangel, Personal und Energie: Die Herausforderungen für die Branche werden jeden Tag größer. Auf der Konferenz “Creativity on Tap” in Erlangen gab es deshalb viel Gesprächsbedarf.
Die KulturGilde – Verband der Kultur- und Kreativwirtschaft Deutschland – veranstaltete eine Netzwerktagung des Kreativnetzes Creativity on Tap für Fachpublikum aus dem Brauwesen und der Gastronomie am Dienstag, den 16.05.2023 in der Kitzmann Bräuschänke in Erlangen. die Teilnehmer, allesamt Inhaber von Brauereien und Gastronomien aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen sowie aus dem benachbarten Oberfranken.
In seiner Begrüßung hob der stellvertretende Vorsitzende der KulturGilde, Roland Weiniger, die Verwandtschaft und die Verknüpfung der Kultur- und Kreativwirtschaft mit der Gastronomie hervor und kennzeichnete die Merkmale erfolgreicher Netzwerke. “Beide Branchen leben von der Kreativität und schaffen Erlebnisse für Kundinnen und Kunden”, führte der als Kommunikationsexperte tätige Roland Weiniger aus.
Um die Brisanz der wirtschaftlichen Situation der Brau- und Gastro-Branchen direkt der Politik und Stadtverwaltung widerzuspiegeln, lud die KulturGilde politische Vertreter aus Bund, Land und Kommune für einen direkten Austausch ein. So waren die Schirmherren, der Oberbürgermeister der Stadt Erlangen Florian Janik, die Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich und der Landtagsabgeordnete Christian Zwanziger, nicht nur zu Grußworten aufgerufen, sondern sich auch den Fragen der Teilnehmer in einer Diskussion zu stellen.
So wurden auch kontroverse Themen diskutiert, wie z.B. die Regulierung und Beschränkungen, die von politischer Seite in Bezug auf die Gastronomie erlassen werden, wie beispielsweise Lärmschutzbestimmungen oder Einschränkungen bei Betriebszeiten. Während diese Maßnahmen oft im Interesse der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit erlassen werden, können sie auch Herausforderungen für Gastronomen darstellen, insbesondere für kleine Betriebe.
Darüber hinaus hat die Gastronomie mit einem erheblichen Mangel an Fachkräften zu kämpfen. Die Arbeitsbelastung ist hoch, die Arbeitszeiten sind oft unregelmäßig und kaum zu planen. All dies führt dazu, dass es schwierig ist, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter für Gastronomiebetriebe nach Corona wieder zu gewinnen und langfristig an sich zu binden. Das Auffangen der immer weiter steigenden Lebenserhaltungs- oder Mietkosten über die Weitergabe höherer Preise an den Kunden sei nicht mehr möglich. “Ein Schnitzel müsste dann 25 Euro in der Gaststätte kosten”, so einer der Teilnehmer. Stark kritisiert wurde in diesem Zusammenhang auch die Abschiebepraxis von oftmals motivierten Arbeitskräften zurück in deren Heimatstaaten. Es sei unverständlich, warum ausgerechnet solche Personen zurückgeführt werden, die sich in die Betriebe integrieren wollen.
Die Politik und die teilnehmenden Unternehmer kamen überein, den Austausch zu allen konkreten Punkten weiter fortzusetzen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Der Verband KulturGilde wird hierzu entsprechende Formate auf lokaler Ebene anbieten.
Matthias Trum, Inhaber der Heller Bräus aus Bamberg, bekannt für das Rauchbier “Schlenkerla” hielt einen Vortrag zu alkoholfreien Bieren und der wiederbelebten Rezeptur eines Vorfahren für das “Heinzlein“, dass mit einem Alkoholgehalt von 0,9% zu den alkoholarmen Bieren gezählt wird.
David Hertl (Hertl Braumanufaktur) erläuterte, wie er seine Brauerei erfolgreich in dem heiß umkämpften fränkischen Markt zum Erfolg geführt hat und was kleinere Produzenten vom Marketing der “Großen” abschauen können. Er präsentierte dabei auch das limitierte Tesla-Bier von Elon Musk, das letztendlich ausschließlich eine Marketing-Aktion darstellt.
Die rundum gelungene Veranstaltung endete mit vielen persönlichen Gesprächen und dem Tasting der von Teilnehmern mitgebrachten Biere und selbstverständlich einem Festbier zur kommenden Bergkirchweih in Erlangen.









