Wer das Nürnberger Herbstvolksfest besucht, sieht bunte Lichter, hört Musik und riecht Gebranntes. Was man nicht sofort sieht: den immensen organisatorischen, gestalterischen und unternehmerischen Aufwand dahinter.
Beim Presserundgang vor dem offiziellen Start des Nürnberger Herbstvolksfests 2025 bekamen geladene Gäste Einblick in das, was ein Volksfest vor dem Volksfest ist: Aufbau, Abnahme, Logistik, Kommunikation, Sicherheitstechnik, Gestaltungskonzepte und die Arbeit von Schaustellerfamilien, die seit Generationen in der mobilen Erlebniswirtschaft tätig sind.
Schausteller als kreative Unternehmer
Schausteller betreiben keine einfachen Imbiss- oder Fahrgeschäfte. Sie entwickeln über Jahre eigene Markenwelten: ein eigenes Design, eine eigene Licht- und Klangwelt, eine eigene Ansprache. Viele Fahrgeschäfte sind technische und gestalterische Meisterwerke – von der Illumination über die Soundanlage bis zur Bühneninszenierung. Dazu kommt die Logistik: Aufbau in Tagen, Abbau in Tagen, saisonaler Betrieb, Familienstrukturen, Personalplanung.
Was Schausteller leisten, berührt viele Felder der Kreativwirtschaft: Markenentwicklung, Event-Design, Erlebniskommunikation, Gastlichkeit, Storytelling, technische Gestaltung, Standortmarketing und Stadtgesellschaft.
Volksfestkultur und Kreativwirtschaft
Das Nürnberger Herbstvolksfest ist eine der größten Veranstaltungen in der Region. Es zieht Hunderttausende Menschen an – aus Nürnberg, aus Franken, aus ganz Deutschland und dem Ausland. Ein solches Format ist kein Selbstläufer. Es braucht Planung, Gestaltung, Kommunikation, Sicherheit und das Zusammenspiel vieler Akteure.
Für die KulturGilde ist das ein wichtiger Perspektivwechsel: Kreative Arbeit steckt oft dort, wo sie wirtschaftspolitisch noch nicht selbstverständlich erkannt wird. Schausteller sind Gestalter, Techniker, Unternehmer, Gastgeber und Kulturvermittler in einem.



