Netzwerkimpuls21. Juni 2025Zirndorf

KulturGilde bei der Zukunftskonferenz Zirndorf

Roland Weiniger leitete den World-Café-Tisch „Wirtschaft & Arbeit" und gab Impulse zur lokalen Wirtschaftsentwicklung

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Wie kann Zirndorf seine wirtschaftliche Stärke ausbauen, obwohl Flächen knapp sind, Fachkräfte pendeln und die Konkurrenz in der Metropolregion groß ist? Auf der Zukunftskonferenz Zirndorf übernahm Roland Weiniger, Vorsitzender der KulturGilde, den Themenbereich „Wirtschaft & Arbeit", hielt einen Impuls und moderierte den World-Café-Tisch.

Einblick auf einen Blick

Format
Zukunftskonferenz / World-Café
Thema
Wirtschaft & Arbeit
Rolle
Impulsvortrag und Tischmoderation
Person
Roland Weiniger, Vorsitzender der KulturGilde
Ort
Zirndorf
Datum
21. Juni 2025
Schwerpunkte
lokale Wirtschaft, Solo-Selbstständige, Co-Working, Innenstadt, Digitalisierung, Fachkräfte, Stadtentwicklung

Die Zukunft einer Stadt entsteht nicht allein in Sitzungen, Gutachten oder Verwaltungsvorlagen. Sie entsteht auch dort, wo Bürger:innen, Unternehmen, Vereine, Politik und Fachleute gemeinsam an Tischen sitzen, Fragen sortieren und konkrete Ideen entwickeln.

Genau darum ging es bei der Zukunftskonferenz Zirndorf am 21. Juni 2025. Roland Weiniger, Vorsitzender der KulturGilde, wurde gebeten, den Themenbereich „Wirtschaft & Arbeit" zu übernehmen, einen Impulsvortrag zu halten und den entsprechenden World-Café-Tisch zu leiten.

Für die KulturGilde war das ein passender Anlass, zentrale Fragen lokaler Wirtschaftsentwicklung mit Themen der Kultur- und Kreativwirtschaft zu verbinden: Wie stärkt man Solo-Selbstständige? Wie bindet man Kaufkraft vor Ort? Wie entstehen neue Räume für Gründer:innen? Wie kann eine Stadt ohne große neue Gewerbeflächen trotzdem wirtschaftlich wachsen?

Zukunftskonferenz als Beteiligungsformat

Die Zukunftskonferenz war als partizipatives Format angelegt. Ziel war es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam an Zukunftsfragen für Zirndorf zu arbeiten. In Impulsvorträgen und im anschließenden World-Café wurden Themen gesammelt, diskutiert und verdichtet.

Das World-Café-Prinzip passte dabei gut zur Arbeitsweise der KulturGilde: Menschen kommen in wechselnden Gesprächsrunden zusammen, bringen eigene Erfahrungen ein, hören andere Perspektiven und entwickeln aus vielen Einzelbeiträgen gemeinsame Ansatzpunkte.

Impuls: Zirndorf als Standort mit Chancen und Widersprüchen

Im Impuls zum Thema „Wirtschaft & Arbeit" ging es zunächst um die Ausgangslage: Zirndorf besitzt eine starke strategische Lage in der Metropolregion Nürnberg–Fürth–Erlangen, eine hohe Lebensqualität, hohe Kaufkraft und attraktive Standortbedingungen.

Gleichzeitig steht die Stadt vor einem strukturellen Widerspruch: Zirndorf ist für viele Menschen ein attraktiver Wohnort, aber deutlich weniger ein Arbeitsort. Viele Einwohner:innen pendeln zum Arbeiten aus der Stadt heraus. Dadurch entsteht ein Abflusseffekt: Einkommen wird außerhalb erwirtschaftet und häufig auch außerhalb ausgegeben. Das schwächt lokale Betriebe, Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister.

Warum Solo-Selbstständige und Kreative wichtig sind

Ein besonderer Akzent lag auf Solo-Selbstständigen und kleinen Unternehmen. Sie werden in kommunaler Wirtschaftspolitik oft unterschätzt, obwohl sie flexibel, innovativ und lokal wirksam sind. Sie brauchen keine riesigen Gewerbeflächen, sondern bezahlbare Räume, Sichtbarkeit, Netzwerke, digitale Infrastruktur, Co-Working-Angebote, Zwischennutzungen und Zugänge zu Kund:innen.

Gerade für kleinere Städte kann das ein realistischer Entwicklungsweg sein: Nicht jedes Wachstum muss über große Ansiedlungen entstehen. Auch viele kleine wirtschaftliche Aktivitäten können Stadtzentren beleben, Kaufkraft binden und neue Arbeitsmöglichkeiten schaffen.

Innenstadt als Erlebnisraum

Ein weiteres Thema war die Zukunft der Innenstadt. Wenn der Online-Handel lokale Angebote verdrängt, reicht es nicht, nur über Einzelhandel zu sprechen. Innenstädte müssen stärker als Erlebnisräume, Begegnungsorte und Kommunikationsorte verstanden werden.

Hier berühren sich Stadtentwicklung und Kultur- und Kreativwirtschaft unmittelbar. Kreative Formate, lokale Kampagnen, Veranstaltungen, Zwischennutzungen, Pop-up-Konzepte, Spiele, Gastronomie, Kultur und gutes Stadtmarketing können helfen, Innenstädte wieder stärker als lebendige Orte zu positionieren.

Vier Fragen für Zirndorfs wirtschaftliche Zukunft

Raum, Infrastruktur und Logistik

Zirndorf braucht Platz für Unternehmen, hat aber nur begrenzte neue Gewerbeflächen. Deshalb geht es um intelligentes Wachstum: Leerstände aktivieren, Co-Working ermöglichen, digitale Infrastruktur ausbauen und gemeinsame Lösungen für lokale Betriebe entwickeln.

Talent, Jugend und Bildung

Junge Menschen, Ausbildung, moderne Gastronomie, digitale Startups und bessere Übergänge zwischen Schule und Beruf sind harte Standortfaktoren. Wer Zukunft will, muss Talente halten und ihnen Perspektiven vor Ort bieten.

Effizienz, Energie und Unterstützung

Bürokratie, Genehmigungsverfahren und Energiepreise bremsen Unternehmen. Kommunale Wirtschaftspolitik kann helfen, wenn Verwaltung als Dienstleisterin, Ermöglicherin und digitale Partnerin gedacht wird.

Diversifizierung und lokale Wirtschaft

Zirndorf profitiert von starken Unternehmen, darf aber nicht von wenigen großen Steuerzahlern abhängig werden. Handwerk, Mittelstand, Solo-Selbstständige, Dienstleister und kreative Unternehmen können die wirtschaftliche Basis verbreitern.

Warum das für die KulturGilde wichtig ist

Für die KulturGilde war die Zukunftskonferenz Zirndorf ein wichtiger Einblick, weil sie zeigt, wie eng Kultur- und Kreativwirtschaft mit kommunaler Wirtschaftspolitik verbunden ist. Kreative, Solo-Selbstständige, kleine Unternehmen, Gastronomie, Handel, Stadtmarketing, Bildung, Digitalisierung und Beteiligung gehören zusammen, wenn Städte ihre Zukunft gestalten wollen. Der World-Café-Tisch „Wirtschaft & Arbeit" machte deutlich, dass lokale Wirtschaftsentwicklung nicht nur eine Frage großer Gewerbeflächen ist. Sie beginnt auch bei Räumen, Netzwerken, Sichtbarkeit, Beteiligung und der Frage, wie Menschen vor Ort ihre Ideen einbringen können.

Bezug zur KulturGilde: Kultur- und Kreativwirtschaft, Wirtschaftsentwicklung, Solo-Selbstständige, Stadtentwicklung, Beteiligung, lokale Netzwerke

Zugeordnete Kreativnetze: Kultur- und Kreativwirtschaft, Politische Arbeit, Business- und Marketingplattform

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