Die Karte ist für mich als Medium grundsätzlich sehr attraktiv, weil sie eine besondere Strahlkraft besitzt. Das sieht man nicht zuletzt am großen Erfolg von Trading Cards in ganz unterschiedlichen Bereichen. Gleichzeitig ist das Format kompakt, haptisch und unmittelbar zugänglich – eine Karte nimmt man gerne in die Hand, schaut sie sich an und beschäftigt sich mit ihrem Inhalt.
Ich hatte mit diesem Medium bereits vor MTC sehr gute Erfahrungen gemacht. Mit den Groove Cards und den Rudiment Cards habe ich zwei Kartensets zum Thema Schlagzeuglernen entwickelt, die ich auch selbst erfolgreich in meinem Unterricht einsetze. Dabei habe ich immer wieder erlebt, dass Karten Interesse wecken und Lerninhalte auf eine sehr niedrigschwellige und praktische Weise vermitteln können.
Genau daraus entstand auch ein wesentlicher Gedanke hinter den Musician Trading Cards. Musik findet heute zu einem sehr großen Teil digital statt. Wir streamen Songs, wechseln innerhalb von Sekunden zwischen Künstlern und Genres und haben kaum noch etwas Physisches in der Hand, das uns dauerhaft mit einer bestimmten Musik, einem Musiker oder einer Epoche verbindet. Klassische Tonträger haben für viele Menschen im Alltag deutlich an Bedeutung verloren.
Mit MTC möchte ich versuchen, einen Teil dieser Lücke zu schließen. Die Karten sollen Musik wieder etwas Greifbares geben. Sie sollen neugierig machen, dazu anregen, einen Künstler näher kennenzulernen, ein neues Genre zu entdecken oder sich mit Musikgeschichte zu beschäftigen. Im Idealfall ist die Karte dabei nicht das Endprodukt der Vermittlung, sondern der Ausgangspunkt für eine weitere Entdeckungsreise in die Musik.











