PressemitteilungNeu2. Juli 2026

KulturGilde: Reformpaket muss Solo-Selbstständige und Kreativunternehmen stärker mitdenken

KulturGilde fordert realistische Schutzmechanismen für Solo-Selbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmer

Das Reformpaket „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung" setzt aus Sicht der KulturGilde wichtige Signale bei Bürokratieabbau, Steuervereinfachung, Datenschutz und Innovation. Entscheidend ist nun, ob diese Entlastungen auch bei Solo-Selbstständigen, freien Berufen, Kleinstunternehmen und kleinen sowie mittleren Kreativunternehmen ankommen.

Downloads

Pressemitteilung und Grundlagendokument als PDF

Nürnberg, 2. Juli 2026

Roland Weiniger, Vorsitzender der KulturGilde

„Das Reformpaket enthält richtige Ansätze. Aber wer Aufschwung und Beschäftigung ernst meint, darf die Kultur- und Kreativwirtschaft nicht nur mitmeinen. Solo-Selbstständige, freie Berufe und kleine Kreativunternehmen sind keine Randerscheinung der Wirtschaft. Sie arbeiten dort, wo Innovation, Kommunikation, Gestaltung, Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel konkret werden."

Das Reformpaket „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung" setzt aus Sicht der KulturGilde wichtige Signale: weniger Bürokratie, einfachere Steuerverfahren, modernere Datenschutzregeln, schnellere Genehmigungen und mehr Raum für Innovation. Entscheidend ist nun aber, ob diese Entlastungen auch dort ankommen, wo viele wirtschaftliche, kulturelle und digitale Impulse tatsächlich entstehen: bei Solo-Selbstständigen, freien Berufen, Kleinstunternehmen und kleinen sowie mittleren Kreativunternehmen.

Die KulturGilde begrüßt insbesondere geplante Entlastungen bei Berichtspflichten, Datenschutz, Steuerverfahren und Genehmigungen. Gerade kleine Agenturen, Studios, Veranstalter, Kreativorte, Games-Unternehmen, Designer, Kulturschaffende und freie Projektbüros könnten davon profitieren. Für viele von ihnen entscheidet nicht ein großes Förderprogramm über Zukunftsfähigkeit, sondern die Frage, ob Anträge, Nachweise, Vergaben, Abrechnungen und rechtliche Vorgaben im Alltag überhaupt handhabbar sind.

Gleichzeitig warnt die KulturGilde davor, Wirtschaftspolitik zu stark aus der Perspektive klassischer Industrie, größerer Unternehmensstrukturen und Normalarbeitsverhältnisse zu denken. Die Kultur- und Kreativwirtschaft arbeitet häufig projektbasiert, kleinteilig, interdisziplinär und mit wechselnden Auftraggebern. Wer diese Realität nicht berücksichtigt, riskiert, dass gut gemeinte Reformen an einem wichtigen Teil der Wirtschaft vorbeilaufen.

Aus Sicht der KulturGilde müssen Weiterbildungs- und Transformationsprogramme deshalb ausdrücklich auch für Selbstständige und freie Berufe zugänglich sein. KI-Förderung darf nicht nur industrielle Anwendungen und Rechenzentren im Blick haben, sondern muss auch Creative Tech, Games, Design, Film, Musik, Medien, Architektur, Kulturvermittlung und digitale Kulturproduktion einschließen. Auch die öffentliche Vergabe muss kreativen KMU bessere Chancen bieten – mit fairen Honoraren, kleineren Losen, weniger unbezahlten Pitches und einfacheren Bewerbungsverfahren.

„Die guten Ideen kommen oft aus den kleinen Einheiten. Aus Studios, Werkstätten, Agenturen, Ateliers, Projektbüros und freien Teams. Wer Aufschwung und Beschäftigung will, darf diese Orte nicht übersehen. Denn hier entstehen viele der Lösungen, die später Wirtschaft, Gesellschaft und öffentliche Hand weiterbringen."

— Roland Weiniger, Vorsitzender der KulturGilde

Ausführliche Position

Zur ausführlichen Bewertung des Reformpakets

Die ausführliche Bewertung des Reformpakets aus Sicht der Kultur- und Kreativwirtschaft finden Sie in der Position der KulturGilde – mit neun Themenabschnitten, Forderungen und dem vollständigen Abschlusszitat.

Position im Detail lesen

Über die KulturGilde

Die KulturGilde ist ein Verband der Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie vertritt die Interessen von Kreativen, Kulturschaffenden, Freiberuflern, Solo-Selbstständigen, kleinen Unternehmen und Netzwerken der Branche. Ziel der KulturGilde ist es, die Kultur- und Kreativwirtschaft als wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Faktor sichtbar zu machen und bessere Rahmenbedingungen für kreative Arbeit, Innovation und Selbstständigkeit zu erreichen.

Quelle

Reformpaket „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung" vom 02.07.2026

Grundlage dieser Bewertung ist das Reformpaket der Bundesregierung vom 02.07.2026.

Reformpaket „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung" vom 02.07.2026 als PDF herunterladen
Pressekontakt

Presseanfragen und Hintergrundgespräche

Roland Weiniger, Vorsitzender der KulturGilde, steht für Interviews, O-Töne und Hintergrundgespräche zur Verfügung.

KulturGilde e.V. · Roland Weiniger · roland.weiniger@kulturgilde.de · Tel. 017656773291 · www.kulturgilde.de