Wenn aus Vermittlung Innovation wird
Museen und Kreative entwickeln neue Werkzeuge, Anwendungen und Interaktionsformen. Uns interessiert nicht nur, was davon preiswürdig sein könnte – sondern auch, was eine solche Entwicklung für ihren nächsten Schritt braucht.
Museen, Archive und historische Orte arbeiten zunehmend mit Games, Software, Medientechnik, interaktiven Exponaten, KI, digitalen Vermittlungssystemen und neuen Formen der Besucherinteraktion. Manche dieser Entwicklungen sind mehr als ein einzelnes Ausstellungsprojekt – sie können zu eigenständigen Werkzeugen, Produkten oder übertragbaren Lösungen werden.
Einreichungsschluss
Teilnahme und Bewerbung
Prototyp oder nachvollziehbares Konzept genügt
Einreichungen werden geschützt und für die Jury anonymisiert aufbereitet
Vielleicht war es zunächst nur eine Lösung für ein einziges Museum.
Museumsprojekte stellen Unternehmen regelmäßig vor Probleme, für die es keine fertige Lösung gibt.
Ein Exponat muss von Kindern und Erwachsenen funktionieren. Eine historische Maschine soll digital verständlich werden, ohne das Original zu überlagern. Eine Medienstation muss jahrelang täglich benutzt werden können. Ein Audioguide soll auf unterschiedlichen Geräten funktionieren. Eine Ausstellung braucht eine Konstruktion, die nach dem Abbau erneut genutzt werden kann. Eine Sammlung soll dreidimensional erfasst oder für neue Zielgruppen zugänglich werden.
Dann wird entwickelt, gebaut, programmiert, getestet und verbessert. Genau an dieser Stelle lohnt sich ein zweiter Blick.
Wenn aus einem konkreten Auftrag ein eigenes Werkzeug, ein technisches System, ein Verfahren, ein Prototyp, ein Interaktionsprinzip oder eine übertragbare Lösung entstanden ist, kann diese Entwicklung für den Peter-Henlein-Preis interessant sein.
Was braucht Ihre Entwicklung als Nächstes?
Im Museumsbereich können ganz unterschiedliche Bedarfe im Weg stehen. MAHO kann dabei insbesondere Museen, historische Orte und Kompetenzen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammenbringen. Die Peter-Henlein-Gesellschaft erweitert diesen Blick um Kontakte zu Unternehmen, Forschung, Kommunen und weiteren Innovationspartnern. Keine Garantie auf Vermittlung – aber ein gemeinsamer Blick auf den nächsten Schritt.
Ein zweites Museum
Eine Anwendung funktioniert bereits an einem Ort und soll erstmals in einer anderen Einrichtung getestet werden.
Technischer Entwicklungspartner
Ein Vermittlungskonzept steht, für die technische Umsetzung fehlt jedoch ein geeigneter Partner.
Kreativpartner
Software oder Technologie existiert, aber Vermittlung, Storytelling, UX, Game Design oder Besuchererlebnis müssen weiterentwickelt werden.
Testgruppe
Eine neue Anwendung soll mit Besucherinnen und Besuchern unter realen Bedingungen erprobt werden.
Evaluation
Es soll untersucht werden, ob die Entwicklung Vermittlung, Teilhabe, Lernen oder Besucherinteraktion tatsächlich verbessert.
Skalierung
Eine funktionierende Lösung soll von einem einzelnen Museum auf weitere Einrichtungen übertragen werden.
Raum
Meetingraum, Werkstatt, Lager, Test- oder Projektraum für Entwicklung und Erprobung.
Mikrofinanzierung
Ein überschaubares Budget für Prototyp, Technik, Tests, externe Leistungen oder erste Markt- und Kommunikationsmaßnahmen.
Die KulturGilde und die Peter-Henlein-Gesellschaft können diese Bedarfe nicht in jedem Fall selbst lösen. Raum und Mikrofinanzierung werden beispielsweise nicht automatisch bereitgestellt. Wo es sinnvoll ist, prüfen wir aber, ob sich über unsere Netzwerke, Kommunen, Unternehmen, Museen, Wirtschaftsförderungen oder Förderprogramme geeignete Kontakte, Räume oder Finanzierungsmöglichkeiten ergeben.
Welche Entwicklungen könnten interessant sein?
Ausstellungsgestalter, Softwareentwickler, XR-Studios, Audioguide-Anbieter, Hersteller interaktiver Exponate oder spezialisierte Zulieferer – in vielen dieser Unternehmen entstehen konkrete Lösungen für reale Museumsaufgaben.
Interaktive Exponate
Mechanische oder digitale Exponate, neue Bedienkonzepte, robuste Interaktionssysteme, Sensorik, berührungslose Steuerungen oder eigene technische Lösungen für den täglichen Museumsbetrieb.
KI & digitale Vermittlung
Eigene KI-Anwendungen, Assistenzsysteme, dialogbasierte Vermittlung, automatisierte Aufbereitung von Sammlungswissen oder Werkzeuge zur Unterstützung redaktioneller Museumsarbeit. Die bloße Verwendung von ChatGPT oder einem anderen bestehenden KI-Dienst ist keine eigenständige Innovation.
AR, VR & immersive Anwendungen
Neue Anwendungen für historische Räume, Objekte oder Ereignisse, räumliche Interfaces, Mixed-Reality-Lösungen oder Verfahren, die physische und digitale Ausstellung miteinander verbinden.
Barrierefreiheit & verständliche Vermittlung
Neue Anwendungen für Leichte Sprache, Audiodeskription, multisensorische Vermittlung, alternative Bedienformen oder Systeme, die unterschiedliche Zugänge zu Ausstellungen ermöglichen.
3D, Digitalisierung & Digital Twins
Eigene Scanverfahren, Workflows, Datenmodelle, Anwendungen oder Werkzeuge, mit denen Sammlungsobjekte digital erfasst, bearbeitet, archiviert oder in anderen Kontexten weitergenutzt werden können.
Szenografie & Ausstellungssysteme
Modulare Systeme, wiederverwendbare Konstruktionen, neue Präsentationsformen, flexible Ausstellungselemente, besondere Materiallösungen oder eigene Verfahren für Aufbau und Inszenierung.
Sammlung, Depot & Bestandserhaltung
Neue Depotlösungen, Monitoring, Transporthilfen, Vitrinen, Klima- oder Sicherheitssysteme und praktische Werkzeuge für den Umgang mit Kulturgütern.
Software & Museumsbetrieb
Sammlungsmanagement, Besuchermanagement, Ticketing, interne Workflows, Datenpflege, Schnittstellen oder Anwendungen, die Arbeitsabläufe im Museum konkret verändern.
Licht, Ton & Medientechnik
Eigene Systeme, Steuerungen, Installationen oder technische Lösungen, die speziell aus Anforderungen von Museen und Ausstellungen entwickelt wurden.
Vermittlung als System
Neue übertragbare Methoden oder Werkzeuge für Besucherführung, Lernen, Beteiligung oder spielerische Vermittlung, sofern daraus tatsächlich eine eigenständige Lösung und nicht lediglich ein einzelnes Veranstaltungsformat entstanden ist.
Wann lohnt sich eine Einreichung?
Eine hervorragend gestaltete Ausstellung ist nicht automatisch eine Innovation für den Peter-Henlein-Preis. Interessant wird es, wenn innerhalb des Projekts etwas Eigenes entstanden ist, das über die konkrete Ausstellung hinaus Bedeutung haben kann.
Eine Ausstellung gestaltet
allein noch kein Grund für eine Einreichung.
Ein neues modulares Ausstellungssystem entwickelt
kann interessant sein.
Eine vorhandene VR-Software eingesetzt
allein noch keine eigene Entwicklung.
Eine neue Interaktionsform oder technische Anwendung für den Museumsbetrieb entwickelt
kann interessant sein.
Texte mit einer KI übersetzt
allein noch keine Innovation.
Ein eigenes Verfahren entwickelt, das KI, Qualitätskontrolle und Museumswissen neu verbindet
kann interessant sein.
Eine Sonderanfertigung für einen Auftrag gebaut
Wenn daraus ein übertragbares Produkt, Verfahren oder neues technisches Prinzip entstanden ist, kann genau darin die Innovation liegen.
Genauer hinschauen
kann interessant sein.
Der Peter-Henlein-Preis vermittelt bewusst einen breiten Innovationsbegriff. Es geht nicht um eine aggressive Patent- oder Erfindungslogik.
Fünf Fragen an eure Entwicklung
Welches konkrete Problem sollte gelöst werden?
Gab es dafür bereits eine passende Lösung – oder musstet ihr selbst etwas entwickeln?
Was habt ihr dabei technisch, gestalterisch, digital, methodisch oder handwerklich neu gelöst?
Könnte diese Lösung auch in einem anderen Museum oder einem anderen Anwendungsfeld funktionieren?
Gibt es bereits eine Skizze, einen Prototyp, einen Test, einen Code, ein Bauteil oder eine nachvollziehbare Beschreibung?
Wenn ihr bei mehreren Punkten klar mit Ja antworten könnt, lohnt sich eine Einreichung oder zumindest eine Prüfung.
Entwicklung zum Peter-Henlein-Preis einreichenDie Lösung muss noch nicht fertig sein.
Im Museumsbereich entstehen viele interessante Entwicklungen projektbezogen. Nach der Ausstellungseröffnung wartet bereits der nächste Auftrag. Ein Prototyp bleibt deshalb manchmal ein Prototyp. Eine intern entwickelte Software wird weiter benutzt, aber nie als eigenes Produkt betrachtet. Eine besondere Konstruktion funktioniert, wird anschließend jedoch nicht weiterentwickelt.
Der Peter-Henlein-Preis setzt bewusst früher an. Eine nachvollziehbare Idee, ein erster technischer Aufbau, ein getesteter Workflow oder ein Prototyp kann bereits ausreichen. Für die Einreichung ist keine Hochglanzpräsentation erforderlich.
Problem
Was sollte besser funktionieren?
eigene Lösung
Was wurde selbst entwickelt?
Stand
Idee, Test, Prototyp oder bereits eingesetzte Lösung?
nächster Schritt
Was könnte daraus noch entstehen?
Was kann aus einer Einreichung entstehen?
Fünf Gründe, die eigene Entwicklung einmal unabhängig vom ursprünglichen Museumsauftrag zu betrachten.
Die eigene Entwicklung neu betrachten
Ein Werkzeug oder Verfahren, das bislang nur als Bestandteil eines Kundenauftrags wahrgenommen wurde, wird als eigenständige Entwicklung geprüft.
Neue Anwender finden
Eine Lösung für ein Museum kann möglicherweise auch für andere Museen, Archive, historische Orte, Bildungseinrichtungen, Tourismus, Wissenschaft oder Unternehmen interessant sein.
Kontakte über das einzelne Projekt hinaus
Der Peter-Henlein-Preis bringt Entwickler mit Unternehmen, Kommunen, Hochschulen, Museen, Wirtschaftsförderungen und möglichen Anwendungspartnern zusammen.
Sichtbarkeit
Ausgezeichnete Entwicklungen können über Preis, KulturGilde, Partner und weitere Formate sichtbar werden.
iENA und weitere Anschlusswege
Für ausgezeichnete Projekte kann ein weiterer Weg zur internationalen Erfindermesse iENA in Nürnberg oder zu anderen passenden Partnern führen.
Anschlusswege wie iENA oder weitere Partner stellen keine Garantie dar.
Museumswissen sitzt mit am Tisch.
Der Peter-Henlein-Preis richtet sich nicht nur an klassische technische Erfinderinnen und Erfinder. Gerade Entwicklungen aus Gestaltung, Vermittlung und Kultur brauchen Menschen in der Bewertung, die ihren praktischen Einsatz verstehen.
Dr. Annette Dziwetzki
Direktorin des Porzellanikons – Staatliches Museum für Porzellan
Mitglied der Jury des Peter-Henlein-PreisesIhre Beteiligung bringt die Perspektive eines staatlichen Museums unmittelbar in die Jury ein.
Name, Titel und Funktion werden vor Veröffentlichung anhand der aktuellen Angaben auf peter-henlein.org geprüft.
Gute Lösungen sollen auch von möglichen Anwendern gesehen werden.
Für ausgewählte ausgezeichnete Entwicklungen ist eine Wanderausstellung geplant. Sie soll Innovationen aus Franken an unterschiedlichen Orten sichtbar machen und damit auch neue Gespräche mit Museen, Unternehmen, Kommunen und anderen möglichen Anwendern ermöglichen.
Gerade für Entwicklungen aus Ausstellung, Vermittlung und Museumstechnik ist dieser Schritt interessant: Eine Lösung lässt sich dort erklären, wo ähnliche Aufgaben entstehen.
Keine Zusage, dass jede ausgezeichnete oder eingereichte Innovation Teil der Wanderausstellung wird.
In Franken verankert
Der Peter-Henlein-Preis wird in den fränkischen Regierungsbezirken durch regionale Schirmherrschaften begleitet.
Felix Locke, MdL
Holger Grießhammer, MdL
Björn Jungbauer, MdL
Die Daten werden vor Veröffentlichung anhand der aktuellen Angaben auf peter-henlein.org geprüft.
Erst verstehen, dann weiterentwickeln
MAHO bringt Museen und Kreative nicht zusammen, um fertige Lösungen von außen überzustülpen. Gute Entwicklungen entstehen dort, wo ein konkretes Problem verstanden wird.
Beim Peter-Henlein-Preis interessiert uns deshalb ebenfalls nicht nur das fertige Ergebnis. Uns interessiert: Welches Problem wurde gelöst? Wo steht die Entwicklung? Und was fehlt, damit daraus eine belastbare, möglicherweise auch für andere Einrichtungen nutzbare Lösung wird?
So entsteht eine natürliche Verbindung zwischen MAHO und Peter Henlein, ohne beide Projekte künstlich zu einem einzigen System zu erklären.
Museen und historische Orte als möglicher Pilotaum
Museen und historische Orte können nicht nur Entwickler von Innovationen sein. Sie können auch Anwender und Erprobungspartner werden.
Beispielsweise sucht eine neue Vermittlungstechnologie einen realen Einsatzort. Eine Software benötigt Besucherfeedback. Ein Serious Game soll erstmals mit einer Museumszielgruppe getestet werden. Eine neue barrierearme Anwendung braucht einen Praxispartner.
MAHO kann in geeigneten Fällen prüfen, ob Kontakte zu interessierten Einrichtungen möglich sind. Keine automatische Vermittlung.
Museen brauchen mehr als Museumsunternehmen. Und Kreativunternehmen mehr als einzelne Aufträge.
MAHO verbindet Museen und kulturelles Erbe mit Kompetenzen aus Kultur- und Kreativwirtschaft, Technologie, Wissenschaft und Gestaltung.
Dabei interessieren uns konkrete Aufgaben: Wie werden Sammlungen zugänglich? Wie funktionieren Ausstellungen für unterschiedliche Besucher? Welche Technik hält dem Museumsalltag stand? Wie können KI, Games, AR, VR, Gestaltung oder neue Materialien sinnvoll eingesetzt werden? Wie werden aus guten Einzelprojekten Lösungen, die auch an anderen Orten funktionieren?
Der Peter-Henlein-Preis ergänzt diesen Ansatz um eine weitere Perspektive: Er richtet den Blick auf Entwicklungen, die bereits in Unternehmen, Museen und Projektteams entstanden sind und möglicherweise weiterentwickelt oder übertragen werden können.
Eine frühe Entwicklung muss nicht veröffentlicht werden.
Einreichungen werden vertraulich behandelt und für die Jury anonymisiert aufbereitet.
Wer Schutzrechte erwägt, sollte unabhängig vom Wettbewerb frühzeitig prüfen, welche Veröffentlichungen möglich sind und welche Schutzstrategie sinnvoll ist.
Dies ist keine Rechtsberatung.
Von der KulturGilde mit angestoßen
Der Peter-Henlein-Preis entstand 2025 aus einer Initiative, an der die KulturGilde maßgeblich beteiligt war. Daraus hat sich inzwischen eine eigenständige Struktur rund um die Peter-Henlein-Gesellschaft, regionale Partner, Schirmherrschaften und eine Jury entwickelt.
Die KulturGilde begleitet den Preis weiter aus ihrer Perspektive der Kultur- und Kreativwirtschaft. MAHO richtet dabei einen besonderen Blick auf Entwicklungen rund um Museen, kulturelles Erbe, Ausstellung, Vermittlung und Besucherinteraktion.
Peter Henlein: Handwerk, Gestaltung und Technik
Peter Henlein war Nürnberger Schlossermeister und Uhrmacher. Sein Name steht heute für eine Form des Erfindergeists, bei der handwerkliches Können, technisches Wissen und neue Lösungen zusammenkommen.
Eine ähnliche Verbindung findet sich heute rund um Museen: Gestaltung trifft Software, Handwerk auf Medientechnik, historische Forschung auf 3D, Vermittlung auf Game Design und Sammlungspflege auf neue technische Systeme.
Zeigen Sie uns, woran Sie für Museen arbeiten.
Für einen ersten Kontakt brauchen Sie keine fertige Wettbewerbspräsentation. Erzählen Sie kurz, was Sie entwickeln, wo die Entwicklung steht – und was sie als Nächstes braucht.
Zwei Wege, eine Frage
Innovation vorstellen
Niedrigschwelliger Kontakt. Gemeinsam prüfen wir, was Ihre museumsnahe Entwicklung als Nächstes braucht.
Für den Peter-Henlein-Preis bewerben
Das formale Auswahlverfahren 2026: Teilnahme, regionaler Bezug, Einreichungsfrist, regionaler Vorentscheid, Jury, Finale, IENA.
Vielleicht steckt eure nächste Innovation schon im letzten Museumsprojekt.
Schaut noch einmal auf das, was ihr selbst entwickelt habt. Auf den Prototyp. Das kleine interne Werkzeug. Die Sonderkonstruktion. Den Code, der inzwischen in mehreren Projekten läuft. Das Verfahren, das aus einem konkreten Problem entstanden ist.
Oder die Idee, bei der ihr schon einmal gedacht habt:
„Eigentlich müsste man daraus mehr machen."
Einreichungsschluss: 2. Oktober 2026
Teilnahme: kostenfrei
MAHO × Peter-Henlein-Preis 2026 · kostenfrei · bis 02.10.2026
Idee einreichen