Als ein Ritterfilm zeigte, wie viel Kreativwirtschaft in einem Kinofilm steckt
2006 lud noris.tech in Regensburg zum business.talk „Ekkelins Knecht – Wie entsteht ein Kinofilm?" ein. Über 120 Besucher:innen erhielten im Gloria einen Blick hinter die Kulissen eines ambitionierten Mittelalterspielfilms. Im Mittelpunkt standen nicht nur erste Szenen aus dem Film, sondern die vielen Gewerke und Kompetenzen, die aus einer historischen Figur, einem Drehbuch und regionalem Engagement ein Kinoerlebnis entstehen lassen.
Ein Making-of als Netzwerkformat
Der business.talk zu „Ekkelins Knecht" war mehr als eine Filmvorstellung. Die Veranstaltung zeigte, wie ein Kinofilm entsteht – von der historischen Idee über Drehbuch, Produktion und Kostüm bis zu Schauspiel, Musik, Storyboard, Postproduktion und Finanzierung.
Das Regensburger Produktionsunternehmen Peak 15 hatte mit Unterstützung regionaler Partner und der REWAG Kulturstiftung einen Mittelalterspielfilm über Raubritter Ekkelin, auch bekannt als Eppelein von Gailingen, realisiert. noris.tech nutzte die Veranstaltung, um den Film vorzustellen und zugleich auf die Leistungsfähigkeit kreativer und innovativer Unternehmen im eigenen Netzwerk aufmerksam zu machen.
Damit war der Abend ein frühes Beispiel für eine Arbeitsweise, die später für die KulturGilde prägend wurde: Kreativwirtschaft nicht abstrakt erklären, sondern an konkreten Projekten sichtbar machen.
Projekt auf einen Blick
- Titel
- Ekkelins Knecht – Wie entsteht ein Kinofilm?
- Format
- business.talk · Making-of · Filmveranstaltung
- Datum
- 25. Juli 2006
- Uhrzeit
- 19:00 Uhr
- Ort
- Gloria, Regensburg
- Kontext
- noris.tech – Vorläuferstruktur der heutigen KulturGilde
- Film
- Ekkelins Knecht
- Produktion
- Peak 15, Regensburg
- Förderung
- REWAG Kulturstiftung
- Besucher:innen
- Über 120
- Teilbranchen
- FilmwirtschaftKulturelles Erbe
Film als Schnittstelle von Kultur, Wirtschaft und Geschichte
Ein historischer Spielfilm ist ein gutes Beispiel dafür, wie viele Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammenarbeiten müssen. Autor:innen, Regie, Produktion, Schauspiel, Kamera, Schnitt, Ton, Musik, Kostüm, Maske, Ausstattung, Fechttraining, historische Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung greifen ineinander.
Bei „Ekkelins Knecht" kam noch ein besonderer Aspekt hinzu: Der Film griff eine regionale historische Figur auf und übersetzte sie in ein erzählerisches Kinoformat. Damit verband das Projekt Filmwirtschaft mit kulturellem Erbe, Regionalgeschichte und touristischer Sichtbarkeit.
Ekkelin, Eppelein und das Mittelalter als Erzählraum
Im Zentrum des Films stand Raubritter Ekkelin, auch bekannt als Eppelein von Gailingen. Historische Figuren wie diese sind mehr als bloße Stoffe für Unterhaltung. Sie gehören zum kulturellen Gedächtnis einer Region. Wenn sie filmisch aufgegriffen werden, entstehen neue Zugänge zu Geschichte: emotional, erzählerisch, bildstark und zugänglich für ein breiteres Publikum.
Die Veranstaltung machte deshalb auch sichtbar, wie eng kulturelles Erbe und moderne Medien zusammenhängen. Archive, historische Forschung, Kostüm, Requisite, Kampfchoreografie und regionale Erzähltraditionen werden Teil eines kreativen Produktionsprozesses.
Vom Drehbuch zur Leinwand
Der Abend im Gloria gab Einblicke in die einzelnen Schritte einer Filmproduktion. Peter Klewitz, Drehbuchautor und Darsteller des Ekkelin, sowie Holger Krömer von Peak 15 führten durch ein Programm rund um die Entstehung des Films. Vorgestellt wurden unter anderem Interviews mit Schauspieler:innen, Komponist:innen und Kostümbildner:innen.
Ein besonderer Höhepunkt war die direkte Liveübertragung der Arbeit eines Storyboarders auf die große Leinwand. Damit wurde für das Publikum sichtbar, wie Bilder, Szenen, Abläufe und filmische Entscheidungen vorbereitet werden, bevor sie später im fertigen Film erscheinen.
Ein Film entsteht nicht allein
Die Veranstaltung zeigte auch, wie wichtig regionale Netzwerke für kreative Produktionen sind. Der Film wurde mit Sponsorengeldern aus der regionalen Wirtschaft und Unterstützung der REWAG Kulturstiftung realisiert. Vertreter:innen aus Kultur, Wirtschaft, Politik, Tourismus und Verwaltung waren anwesend und machten deutlich, dass Filmproduktion auch Standortentwicklung, Kulturförderung und Wirtschaftskommunikation berühren kann.
Gerade kleinere und mittlere Filmproduktionen sind auf solche Netzwerke angewiesen. Sie brauchen Orte, Partner, Sichtbarkeit, Vertrauen und Menschen, die erkennen, dass kulturelle Projekte wirtschaftliche, touristische und gesellschaftliche Wirkung entfalten können.
Aus der Vorgeschichte der KulturGilde
Die Veranstaltung fand 2006 im Umfeld von noris.tech statt, einer Vorläuferstruktur der heutigen KulturGilde. noris.tech – Initiative für Technologie und Arbeit e.V. – verstand sich als Plattform für innovative und engagierte Unternehmen.
Roland Weiniger, damals Vorsitzender von noris.tech, stellte bei der Veranstaltung Aufgaben und Ausrichtung des Netzwerks vor. Auch der Regensburger Standortleiter Patrick Reinig präsentierte aktuelle Projekte des Netzwerks in Regensburg.
Die heutige KulturGilde kann dieses Projekt als Teil ihrer Entwicklungsgeschichte dokumentieren, weil hier bereits zentrale spätere Themen sichtbar wurden: regionale Kreativwirtschaft, Projektvernetzung, Kultur als Wirtschaftsfaktor, Sichtbarkeit für kreative Unternehmen und die Verbindung von Kultur, Medien und Stadtentwicklung.
Warum das Projekt zur Filmwirtschaft gehört
„Ekkelins Knecht" zeigt die Filmwirtschaft als komplexes Zusammenspiel vieler kreativer und technischer Leistungen. Ein Kinofilm entsteht nicht nur durch Kamera und Schnitt. Er braucht Stoffentwicklung, Drehbuch, Schauspiel, Regie, Ausstattung, Kostüm, Musik, Postproduktion, Finanzierung, Pressearbeit und Auswertung.
Das Projekt eignet sich deshalb gut, um die Teilbranche Filmwirtschaft auf der KulturGilde-Webseite zu erklären. Es zeigt: Film ist Kultur, aber auch Teamarbeit, Unternehmertum, Handwerk, Technologie und regionale Wertschöpfung.
Warum das Projekt zu Kulturellem Erbe gehört
Der Film griff eine historische Figur und mittelalterliche Regionalgeschichte auf. Damit machte er kulturelles Erbe nicht nur sichtbar, sondern erzählbar. Historische Stoffe werden durch Film, Requisite, Kostüm, Kampfchoreografie und Schauspiel in eine neue Form übersetzt.
Das Projekt zeigt, dass kulturelles Erbe nicht nur in Archiven, Museen oder Denkmälern existiert. Es kann auch durch Film, Medien, Inszenierung und kreative Vermittlung neue Öffentlichkeit gewinnen.
Was dieses Projekt besonders machte
Historischer Stoff
Der Film griff die Figur Ekkelin bzw. Eppelein von Gailingen auf und machte regionale Mittelaltergeschichte filmisch zugänglich.
Making-of statt reine Premiere
Die Veranstaltung zeigte nicht nur Filmszenen, sondern erklärte, wie ein Kinofilm entsteht – Gewerk für Gewerk.
Regionale Filmwirtschaft
Mit Peak 15 stand ein Regensburger Kreativunternehmen im Mittelpunkt – als Beispiel für regionale Filmproduktion.
Kreative Gewerke sichtbar gemacht
Drehbuch, Schauspiel, Musik, Kostüm, Storyboard, Ausstattung und Postproduktion wurden als Teil der Wertschöpfung gezeigt.
Kulturförderung und Wirtschaft
Regionale Sponsoren und die REWAG Kulturstiftung machten sichtbar, wie Kulturprojekte durch Wirtschaft und Stiftungen unterstützt werden können.
Netzwerk als Bühne
noris.tech nutzte die Veranstaltung, um kreative Unternehmen, Kultur, Wirtschaft und Öffentlichkeit zusammenzubringen.
Häufige Fragen
Kulturgeschichte braucht neue Erzählformen
Ob Film, Ausstellung, Escape Room, Museum, historischer Ort oder digitales Format: Kulturelles Erbe wird lebendig, wenn es erzählt, gestaltet und zugänglich gemacht wird. Die KulturGilde verbindet Kreative, Kulturinstitutionen, Medien, Filmwirtschaft und regionale Partner.
Aktuell erhebt die KulturGilde keine Mitgliedsbeiträge.
