SpieleGilde
Historisches Referenzprojekt · 2015

Spielend integrieren

Wie die SpieleGilde mit Bürger:innen der Nürnberger Südstadt Spielideen für eine tolerante Stadt entwickelte

Beim BarCamp „Spielend integrieren" im südpunkt Nürnberg entwickelten Bürger:innen der Nürnberger Südstadt gemeinsam mit der SpieleGilde Spielideen für eine tolerante Stadt. Das Format verband Ausstellung, Beteiligung, Game Design und Stadtgesellschaft. Aus dem Prozess entstanden mehrere Konzepte; mit „Südpuck" wurde später ein Spieleprototyp weiterentwickelt, getestet und öffentlich vorgestellt.

Historische Einordnung

Spielend integrieren war ein historisches SpieleGilde-Projekt im Jahr 2015. Das BarCamp fand ergänzend zur Ausstellung „Alles spielt! – Wie entsteht ein Spiel?" im südpunkt Nürnberg statt. Die SpieleGilde ist heute ein Kreativnetz der KulturGilde. Dieses Projekt wird als historisches Referenzprojekt dokumentiert – ohne aktuelle Anmeldung oder aktive Veranstaltung.

Ein BarCamp für Spiele, Integration und Stadtgesellschaft

Spiele entwickeln, um Zusammenleben neu zu denken

Am 27. Februar 2015 fand im südpunkt Nürnberg das BarCamp „Spielend integrieren" statt. Die Veranstaltung war Teil des Umfelds der Ausstellung „Alles spielt! – Wie entsteht ein Spiel?" und lud Bürger:innen der Nürnberger Südstadt dazu ein, selbst Spielideen zu entwickeln.

Das Ziel war bewusst offen formuliert: Wie kann man mit Spielen über Integration, Zusammenleben, Toleranz und Nachbarschaft nachdenken? Welche Regeln prägen eine Stadt? Wo entstehen Konflikte? Wo entstehen Begegnungen? Und wie lassen sich solche Fragen spielerisch übersetzen?

Unter Anleitung und Moderation der SpieleGilde wurden Ideen gesammelt, diskutiert, verdichtet und in erste Konzepte überführt. Das Projekt zeigte, wie Game Design als Werkzeug für Beteiligung, kulturelle Bildung und Stadtgesellschaft eingesetzt werden kann.

Projekt auf einen Blick

Titel
Spielend integrieren
Datum
27. Februar 2015
Ort
südpunkt Nürnberg
Adresse
Pillenreuther Straße 157, 90459 Nürnberg
Format
BarCamp / Beteiligungsformat / Game-Design-Workshop
Kontext
Ausstellung „Alles spielt! – Wie entsteht ein Spiel?"
Kreativnetz
SpieleGilde
Moderation
Jürgen Behm und Roland Weiniger
Themen
Integration, Toleranz, Stadtgesellschaft, Spieleentwicklung, Beteiligung
Prototyp
Südpuck
Spätere Stationen
Fraunhofer JOSEPHS, Südstadtfest Nürnberg
Status
Historisches Referenzprojekt
Warum Spiele für Integration geeignet sind

Spiele machen Regeln sichtbar

Integration ist ein großes Wort. Im Alltag geht es oft um etwas sehr Konkretes: Wer darf mitmachen? Welche Regeln gelten? Wer versteht die Regeln? Wer erklärt sie? Wer entscheidet, was fair ist? Genau an dieser Stelle können Spiele besonders stark sein.

Spiele bestehen aus Regeln, Rollen, Zielen, Konflikten, Entscheidungen und gemeinsamen Erfahrungen. Wer ein Spiel entwickelt, muss sich fragen: Was soll passieren? Wer handelt? Was ist erlaubt? Was ist unfair? Wann gewinnt man? Wann verliert man? Und was fühlt sich für die Beteiligten richtig an?

Damit eignen sich Spiele hervorragend, um über Zusammenleben, Toleranz und Stadtgesellschaft nachzudenken. Sie machen abstrakte Fragen erfahrbar und laden Menschen ein, nicht nur zu diskutieren, sondern gemeinsam etwas zu gestalten.

Das BarCamp-Prinzip

Keine Konferenz von oben – ein offenes Format von allen

Das Projekt nutzte das BarCamp-Format. Ein BarCamp ist eine offene Veranstaltung, bei der Programm und Inhalte nicht vollständig vorab festgelegt werden. Die Teilnehmenden bringen ihre Themen, Fragen, Ideen und Vorschläge selbst ein. Daraus entstehen Sessions, Arbeitsgruppen und Diskussionen.

Für Spielend integrieren war dieses Format besonders passend. Denn Integration lässt sich nicht glaubwürdig von oben verordnen. Wer über Zusammenleben sprechen will, muss Menschen beteiligen. Das BarCamp ermöglichte genau das: offene Ideen, direkte Gespräche, gemeinsames Entwickeln und die Möglichkeit, aus unterschiedlichen Erfahrungen Spielkonzepte entstehen zu lassen.

Bürger:innen als Spieleentwickler:innen

Die Südstadt wurde zum Spielraum

Das BarCamp rief Bürger:innen der Nürnberger Südstadt dazu auf, selbst Spiele zu entwickeln. Damit wurden die Teilnehmenden nicht nur Publikum, sondern Mitgestalter:innen. Sie konnten eigene Erfahrungen, Beobachtungen und Ideen einbringen.

Dieser Ansatz ist für die KulturGilde und die SpieleGilde besonders wichtig: Kreativwirtschaft entsteht nicht nur in professionellen Studios oder Agenturen. Sie entsteht auch dort, wo Menschen befähigt werden, mit kreativen Methoden an gesellschaftlichen Themen zu arbeiten.

Spielentwicklung wurde hier zu einem Werkzeug, um Stadtgesellschaft sichtbar, verhandelbar und gestaltbar zu machen.

Moderation durch die SpieleGilde

Game Design braucht Anleitung – auch im offenen Format

Das BarCamp wurde unter Anleitung und Moderation der SpieleGilde durchgeführt. Jürgen Behm und Roland Weiniger begleiteten die Teilnehmenden dabei, aus Ideen erste Spielkonzepte zu entwickeln.

Gerade bei Beteiligungsformaten ist diese Rolle entscheidend. Kreativität entsteht nicht automatisch, nur weil Menschen in einem Raum sitzen. Gute Moderation schafft Struktur, übersetzt Gedanken in Arbeitsformen, hilft beim Zuspitzen und sorgt dafür, dass aus Diskussionen konkrete Ansätze werden.

Die SpieleGilde brachte hier ihre Erfahrung aus Spielentwicklung, Game Design, Moderation und spielerischer Vermittlung ein.

Vom Konzept zum Prototyp

Aus Ideen wurden Spielkonzepte – und mit Südpuck ein Prototyp

Im Ergebnis des BarCamps entstanden mehrere Spielkonzepte. Einige davon wurden später – organisiert vom südpunkt und der SpieleGilde – in Arbeitsgruppen weiterentwickelt.

Besonders sichtbar wurde der Prototyp „Südpuck". Das Spiel konnte im Rahmen der Themenwelt „Spielend Innovationen entwickeln" im Fraunhofer JOSEPHS getestet werden. Später wurde es auf dem Südstadtfest Nürnberg einem breiteren Publikum vorgestellt.

Nicht jedes Konzept musste ein fertiges Produkt werden. Entscheidend war der Prozess: Ideen wurden erzeugt, überprüft, weiterentwickelt und öffentlich getestet. Genau darin liegt der Wert eines spielerischen Beteiligungsformats.

Verbindung zur Ausstellung

Begleitformat zur Ausstellung „Alles spielt! – Wie entsteht ein Spiel?"

Das BarCamp fand ergänzend zur Ausstellung „Alles spielt! – Wie entsteht ein Spiel?" im südpunkt Nürnberg statt. Die Ausstellung zeigte, wie Spiele entstehen. Das BarCamp führte diesen Gedanken praktisch weiter: Nicht nur anschauen, sondern selbst entwickeln.

Damit entstand eine Verbindung zwischen Ausstellung, kultureller Bildung und aktiver Beteiligung. Besucher:innen und Bürger:innen konnten erleben, dass Spiele nicht einfach fertige Produkte sind, sondern gestaltete Systeme aus Regeln, Ideen, Themen, Mechaniken und Entscheidungen.

Besonderheiten

Was Spielend integrieren besonders machte

Integration spielerisch gedacht

Das Projekt übersetzte Zusammenleben, Toleranz und Stadtgesellschaft in spielerische Entwicklungsprozesse.

Bürger:innen als Entwickler:innen

Die Teilnehmenden waren nicht nur Publikum, sondern entwickelten eigene Spielideen.

BarCamp statt Frontalformat

Das offene Format ermöglichte Beteiligung, Austausch und gemeinsames Arbeiten auf Augenhöhe.

SpieleGilde als Moderations- und Game-Design-Partner

Jürgen Behm und Roland Weiniger begleiteten den Prozess fachlich und methodisch.

Vom Konzept zum Prototyp

Mit „Südpuck" entstand ein Prototyp, der getestet und öffentlich vorgestellt wurde.

Stadtgesellschaft als Spielraum

Die Nürnberger Südstadt wurde nicht nur Thema, sondern Ausgangspunkt kreativer Entwicklung.

KulturGilde-Kontext

Spiele als Kulturtechnik und Beteiligungsinstrument

Für die KulturGilde ist Spielend integrieren ein wichtiges historisches Referenzprojekt, weil es mehrere Themen verbindet, die bis heute zentral sind: Kultur- und Kreativwirtschaft, Games, Beteiligung, Integration, Stadtgesellschaft, Bildung und Prototyping.

Das Projekt zeigt, dass Spiele nicht auf Unterhaltung reduziert werden sollten. Sie können Wissen vermitteln, Dialog ermöglichen, soziale Fragen übersetzen, Menschen aktivieren und neue Formen der Zusammenarbeit schaffen.

Die SpieleGilde steht innerhalb der KulturGilde genau für diesen erweiterten Blick auf Spielkultur: Brettspiele, digitale Spiele, Serious Games, Gamification, Spielentwicklung, Spielvermittlung und spielerische Methoden können in Bildung, Kultur, Stadtentwicklung, Gesundheit, Museen, Wirtschaft und gesellschaftlichen Prozessen Wirkung entfalten.

Teilbranche Software und Games

Warum das Projekt zur Teilbranche Software und Games gehört

Auch wenn Spielend integrieren kein klassisches Computerspielprojekt war, gehört es klar in das Umfeld der Games- und Spielebranche. Game Design beginnt nicht erst mit Programmierung. Es beginnt mit Regeln, Spielmechaniken, Zielgruppen, Interaktion, Testen und Weiterentwicklung.

Das Projekt zeigt, dass die Teilbranche Software und Games weit über digitale Unterhaltung hinausreicht. Spielmechaniken können auch analog, sozial, urban und pädagogisch wirken.

Teilbranche Software und Games
Sonstige kreative Dienstleistungen

Warum das Projekt auch zu sonstigen kreativen Dienstleistungen gehört

Spielend integrieren lag an einer Schnittstelle: BarCamp, Moderation, Beteiligungsdesign, Game Design, Stadtgesellschaft, Integration, Prototyping und öffentliche Präsentation. Solche Projekte passen nicht immer in eine einzelne Teilbranche.

Deshalb ist das Projekt auch mit der Seite Sonstige kreative Dienstleistungen verknüpft – dort werden Erlebnisdesign, Creative Facilitation, Beteiligungsdesign, Storymaking, Formatentwicklung und kreative Stadtentwicklung sichtbar.

Sonstige kreative Dienstleistungen
FAQ

Häufige Fragen

Archivhinweis

Diese Projektseite basiert auf historischen Informationen der SpieleGilde zum BarCamp „Spielend integrieren" im südpunkt Nürnberg. Die damaligen Organisationsangaben, Webseiten und Kontaktdaten können vom heutigen Stand abweichen. Das Projekt wird als historisches Referenzprojekt der SpieleGilde innerhalb der KulturGilde dokumentiert.

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