Politisches Statement18. Juni 2026Roland Weiniger, Vorsitzender der KulturGilde

Pressemitteilung zum Creative Startup Voucher

Die KulturGilde hat den Gedanken dieser Position zur Regierungserklärung von Staatsminister Hubert Aiwanger weitergeführt und schlägt einen Creative Startup Voucher für Bayern vor. Damit sollen Gründerinnen, Gründer und Unternehmensnachfolger unkompliziert professionelle Kreativleistungen für Design, Website, Social Media, Film, Fotografie, UX, Storytelling, Markenentwicklung und Markteintritt nutzen können.

Weitergedacht: Creative Startup Voucher für Bayern

Die KulturGilde hat den Gedanken aus dieser Position zur Regierungserklärung von Staatsminister Hubert Aiwanger weiterentwickelt. Unser Vorschlag: ein Creative Startup Voucher, mit dem Gründerinnen, Gründer und Unternehmensnachfolger professionelle Kreativleistungen für Design, Kommunikation, Sichtbarkeit, Social Media, Film, Fotografie, UX, Storytelling und Markenentwicklung nutzen können.

Zum Vorschlag Creative Startup Voucher

Startup-Boom braucht Kreativwirtschaft

Deutschland gründet wieder. Jetzt muss Innovationspolitik weiterdenken: Aus Technologie werden erst durch Gestaltung, Storytelling, UX, Marke, Kommunikation und Vertrauen erfolgreiche Märkte.

Statement der KulturGilde

Deutschland erlebt neuen Gründergeist. Immer mehr Startups entstehen, besonders in Zukunftsfeldern wie KI, Software, Medizin, Food, Bildung, Industrie und digitalen Plattformen. Die KulturGilde begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich. Doch der Startup-Boom darf nicht nur technisch, finanziell und wissenschaftlich gedacht werden. Wer Innovation wirklich zum Erfolg führen will, muss auch die Kultur- und Kreativwirtschaft systematisch einbinden.

„Viele Startups scheitern nicht daran, dass ihre Idee schlecht ist. Sie scheitern daran, dass Produkt, Marke, Nutzererlebnis, Vertrauen und Marktkommunikation nicht zusammenpassen. Genau hier liegt die Stärke der Kultur- und Kreativwirtschaft."

— Roland Weiniger, Vorsitzender der KulturGilde

Update Juli 2026

Neue Startup-Zahlen bestätigen die Bedeutung der Kreativwirtschaft

Der aktuelle Report „Next Generation Startup-Neugründungen in Deutschland" von Startup-Verband und startupdetector zeigt: Das erste Halbjahr 2026 war mit 3.053 Startup-Neugründungen das gründungsstärkste Halbjahr seit Beginn der Erhebung 2019. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 entspricht das einem Plus von 52 Prozent.

Besonders auffällig ist der starke KI-Bezug: 34 Prozent der neuen Startups haben inzwischen einen klaren Bezug zu Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig wachsen Bereiche, die eng mit der Kultur- und Kreativwirtschaft verbunden sind: Software bleibt mit 844 Neugründungen die stärkste Branche, Medien erreichen 138 Neugründungen, Bildung 136 und Werbung 120.

Für die KulturGilde bestätigt das eine zentrale These: Der Startup-Boom ist nicht nur ein Technologiephänomen. Er betrifft auch kreative, mediale, gestalterische und digitale Geschäftsmodelle. Gerade an der Schnittstelle von Kreativwirtschaft, KI, Software, Games, Medien, Design, Bildung und Kommunikation entstehen neue Unternehmen, neue Berufsbilder und neue Formen von Innovation.

Bayern steht mit 626 Startup-Neugründungen im ersten Halbjahr 2026 stark da und verzeichnet gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 ein Plus von 48 Prozent. Damit wächst auch der politische Handlungsauftrag: Wenn Bayern Gründerland sein will, müssen kreative Startups, Solo-Selbstständige, kleine Kreativunternehmen und digitale Kreativprojekte besser in Gründungs- und Innovationsprogramme einbezogen werden.

Quelle: Startup-Verband / startupdetector – „Next Generation Startup-Neugründungen in Deutschland", Januar–Juni 2026.

Zur politischen Forderung: Creative Startup Voucher für Bayern

Für Presse, Politik und Wirtschaftsförderung

ThemaKreativwirtschaft als Erfolgsfaktor für Startups und Innovationspolitik
PositionSystematische Einbindung in Gründungsförderung und Hochschultransfer
BetroffeneStartups, Kreativunternehmen, Hochschulen, Wirtschaftsförderung, Politik
AnsprechpartnerRoland Weiniger, Vorsitzender der KulturGilde
Pressekontaktroland.weiniger@kulturgilde.de
HintergrundStartup-Boom in Deutschland und Bayern, Monitoringbericht KKW 2024

Ein Algorithmus ist noch kein Produkt

Deutschland gründet wieder. Das ist eine gute Nachricht für Wirtschaft, Wissenschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft. Neue Startups stehen für Mut, Erfindungsgeist, technologische Entwicklung und die Bereitschaft, neue Lösungen für alte und neue Probleme zu suchen.

Doch Gründungserfolg entsteht nicht allein aus einer technischen Idee. Ein Algorithmus ist noch kein Produkt. Ein Prototyp ist noch kein Markt. Eine gute Erfindung ist noch keine starke Marke. Und eine innovative Anwendung wird nicht automatisch verstanden, genutzt oder akzeptiert.

Genau hier beginnt die Arbeit der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Design, Storytelling, UX, Games und Serious Games, Medienproduktion, Kommunikationsstrategie, Pressearbeit, Markenentwicklung, digitale Vermittlung, Community-Aufbau und kulturelle Übersetzungsleistung sind keine nachgelagerten „weichen Faktoren". Sie entscheiden häufig darüber, ob aus einer Idee ein tragfähiges Unternehmen wird.

Innovation muss verstanden werden

Gerade bei KI, Deep Tech, Health, Bildungstechnologien, Industrieanwendungen, Plattformen oder neuen digitalen Diensten ist die entscheidende Frage nicht nur: Funktioniert die Technologie?

Die ebenso wichtige Frage lautet: Verstehen Menschen, wofür sie gut ist?

Innovation braucht Übersetzung. Sie braucht Sprache, Bilder, Erzählung, Interaktion, Gestaltung und Vertrauen. Sie braucht verständliche Benutzeroberflächen, klare Marken, gute Erklärformate, belastbare Kommunikationsstrategien und oft auch neue Formen der Beteiligung.

Hier arbeitet die Kultur- und Kreativwirtschaft an der Schnittstelle zwischen Technologie, Markt und Gesellschaft.

Die Kreativwirtschaft ist selbst ein Innovationssektor

Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird politisch noch immer zu oft auf Kunst, Kulturförderung oder Veranstaltung reduziert. Das greift zu kurz.

Zur Kultur- und Kreativwirtschaft gehören Designwirtschaft, Software- und Games-Industrie, Werbemarkt, Pressemarkt, Architektur, Filmwirtschaft, Musikwirtschaft, Buchmarkt, Rundfunkwirtschaft, Kunstmarkt und darstellende Künste. Viele dieser Teilbranchen arbeiten längst direkt an digitalen Produkten, neuen Geschäftsmodellen, Plattformen, interaktiven Anwendungen, KI-Workflows, Simulationen, Ausstellungen, Kampagnen und Markenwelten.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist damit nicht nur Empfängerin von Förderung. Sie ist selbst Innovationsmotor, Dienstleisterin, Entwicklungspartnerin und Marktbeschleunigerin.

Bayern kann mehr aus dem Startup-Boom machen

Bayern bietet große Chancen. Mit Hochschulen, Forschungsinstituten, Industrie, Mittelstand, Digitalwirtschaft, Games, Design, Medien, Kultur, dem ZOLLHOF Tech Incubator in Nürnberg, der ZOHO Factory und einer starken Gründungslandschaft im ganzen Freistaat verfügt Bayern über viele Bausteine für ein modernes Innovationsökosystem.

Was häufig fehlt, ist die systematische Verbindung dieser Welten.

Die KulturGilde schlägt deshalb vor, die Kultur- und Kreativwirtschaft gezielt in Startup-Förderung, Gründungsberatung, Hochschultransfer und Innovationspolitik in Bayern einzubinden – nicht als Dekoration am Ende eines Projekts, sondern frühzeitig: dort, wo Produkte, Nutzererlebnisse, Marken, Märkte und gesellschaftliche Akzeptanz entstehen.

Was die KulturGilde fordert

Die KulturGilde macht drei konkrete Vorschläge für Politik, Wirtschaftsförderung und Hochschulen.

1

Kreativwirtschaft fest in Startup-Förderung einbinden

Startup-Zentren, Hochschulen, Gründerprogramme und Wirtschaftsförderungen sollten Kreativleistungen systematisch mitdenken: UX Design, Markendesign, Storytelling, Pitch-Entwicklung, Pressefähigkeit, Community-Aufbau, Erklärformate, Games, Serious Games und kreative Prototypisierung – nicht als optionale Ergänzung, sondern als integraler Teil des Gründungsprozesses.

2

Creative Startup Voucher prüfen

Die KulturGilde schlägt vor, einen Creative Startup Voucher zu prüfen: kleine, unbürokratische Budgets für Startups, um Kreativleistungen einzukaufen – ein Pitchdeck, eine Markenstrategie, ein UX-Check, ein Erklärvideo, ein Pressestart oder ein Story-Sprint. Das wäre kein klassisches Kulturfördermittel, sondern ein wirtschaftspolitisches Instrument: Es stärkt Startups beim Markteintritt und schafft Aufträge für kreative Selbstständige und kleine Unternehmen.

3

Kreativwirtschaft als Partner für Marktzugang anerkennen

Innovationspolitik muss den gesamten Weg von der Idee zum Markt betrachten – nicht nur Forschung, Technologie und Kapital. Gestaltung, Vermittlung, Nutzererlebnis, Kommunikation, Vertrauen und gesellschaftliche Akzeptanz gehören dazu. Die Kultur- und Kreativwirtschaft kann Startups helfen, aus komplexen Ideen verständliche Produkte zu entwickeln und aus technischen Anwendungen echte Marktzugänge zu erschließen.

Partner gesucht

Kreativwirtschaft und Startup-Szene zusammenbringen

Die KulturGilde möchte Gespräche mit Startup-Zentren, Hochschulen, Wirtschaftsförderungen, Kreativunternehmen und politischen Akteuren führen.

Die KulturGilde sieht großes Potenzial darin, Startups und Kultur- und Kreativwirtschaft stärker miteinander zu verbinden. Dafür braucht es jedoch tragfähige Partner, passende Formate und eine klare gemeinsame Zielsetzung.

Deshalb sucht die KulturGilde zunächst den Austausch mit Startup-Zentren, Hochschulen, Wirtschaftsförderungen, Gründerinitiativen, Unternehmen und Akteur:innen der Kultur- und Kreativwirtschaft. Ziel ist es, gemeinsam zu prüfen, wie Kreativleistungen früher, systematischer und wirksamer in Gründungs- und Innovationsprozesse eingebunden werden können.

Mögliche Gesprächsthemen

  • Wie können Startups frühzeitig von Design, UX und Storytelling profitieren?
  • Wie können Kreativunternehmen bessere Zugänge zu Startup-Ökosystemen erhalten?
  • Wie lassen sich Pitch, Marke, Nutzererlebnis und Pressefähigkeit von Gründungsteams verbessern?
  • Welche Rolle können Games, Serious Games und Simulationen bei Innovation, Bildung und Industrie spielen?
  • Welche Förderinstrumente könnten Startups und Kreativwirtschaft gemeinsam stärken?
  • Wie kann Nordbayern als Modellregion für die Verbindung von Technologie, Wissenschaft und Kreativwirtschaft sichtbar werden?

Mögliche Gesprächspartner

  • Startup- und Gründerzentren
  • Hochschulen und Transferstellen
  • Wirtschaftsförderungen
  • Gründerinitiativen
  • Kreativunternehmen aus Design, Games, Medien und Kommunikation
  • Unternehmen aus Mittelstand und Industrie
  • Politische Entscheidungsträger:innen auf Landes- und Bundesebene
Gespräch anfragen

Innovation erfinden – und sie zum Markt führen

Deutschland hat neuen Gründergeist. Bayern hat starke Technologie, starke Hochschulen und starke industrielle Strukturen. Was jetzt hinzukommen muss, ist ein stärkeres Bewusstsein für kreative Marktfähigkeit.

Denn Innovation muss nicht nur erfunden werden. Sie muss gestaltet, erzählt, erklärt, erlebbar gemacht und in Vertrauen übersetzt werden.

Die KulturGilde steht bereit, diesen Prozess gemeinsam mit Politik, Startup-Zentren, Hochschulen, Wirtschaftsförderung und Kreativwirtschaft zu gestalten.

Jetzt ins Gespräch kommen

Mit der KulturGilde ins Gespräch kommen

Die KulturGilde lädt Startup-Zentren, Hochschulen, Wirtschaftsförderungen, politische Entscheidungsträger:innen sowie Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft zum Austausch ein. Ziel ist es, gemeinsam zu prüfen, wie Startups und Kreativwirtschaft in Bayern stärker zusammenarbeiten können.

Weiterführender Einblick

Der neue Gründungswettbewerb des FFF Bayern unterstützt gezielt den Aufbau junger Produktionsunternehmen. Der Einblick zeigt, welche betrieblichen Kosten finanziert werden und welche Transferfrage sich für andere Kreativbranchen ergibt.

60.000 Euro für den Aufbau junger Produktionsfirmen

Quellen und Hintergrund

1.

Startup-Verband / startupdetector

Entwicklung der Startup-Gründungen in Deutschland und Bayern.

2.

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

Informationen zur ZOHO Factory und zur Startup-Entwicklung in Bayern.

3.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2024 – Teilmärkte, Unternehmen, Erwerbstätige und Umsätze.

Über die KulturGilde

Die KulturGilde ist ein Verband der Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie vertritt die Interessen von Kreativen, Kulturschaffenden, Freiberufler:innen, Solo-Selbstständigen, kleinen Unternehmen und Netzwerken der Branche in Nordbayern, Mittelfranken und darüber hinaus.

Weiterführende Materialien

Ergänzend zur Position stellt die KulturGilde einen Demo-Antrag sowie einen geschützten Konzeptbereich zum Creative Startup Voucher bereit.

Politische Arbeit

Alle Positionen

Aufgaben

Startups & Existenzgründung

Teilbranchen

Software- und Games-Industrie

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Aufwand: etwa zwei bis fünf MinutenKeine Mitgliedschaft erforderlichKeine automatische VeröffentlichungVertrauliche Nutzung möglichAuf Wunsch mit Unternehmenslink

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